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Das Backgammon Haltespiel: Mit Ankern auf die richtige Chance warten

Veröffentlicht am 7. Juli 2026

Backgammon-Spielsteine und Würfel in Nahaufnahme

Das Haltespiel ist eine der vier klassischen Spielarten beim Backgammon, neben dem Laufspiel, der Blockbildung (Priming) und dem Backgame. Anders als beim reinen Wettlauf geht es hier darum, gezielt einen oder mehrere eigene Steine im gegnerischen Heimfeld zu positionieren, statt sie so schnell wie möglich ins eigene Heimfeld zu bringen.

Was bedeutet Haltespiel?

Beim Haltespiel platziert man mindestens zwei eigene Steine gemeinsam auf einem Punkt im gegnerischen Heimfeld – einem sogenannten Anker. Weil der Punkt mit zwei Steinen besetzt ist, kann er vom Gegner nicht geschlagen werden. Von diesem sicheren Anker aus wartet man auf eine passende Wurfkombination, um einen gegnerischen Blot zu schlagen, sobald sich die Gelegenheit ergibt.

+24-23-22-21-20-19-+---+18-17-16-15-14-13-+
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+-1--2--3--4--5--6-+---+-7--8--9-10-11-12-+

Vereinfachte Darstellung (nicht alle 30 Steine gezeigt): X hält einen Anker auf dem 20-Punkt – tief im Heimfeld von O – und wartet auf eine Wurfkombination, um den Blot von O auf dem 16-Punkt zu schlagen.

Auf welchen Punkten baut man einen Anker?

Die wertvollsten Ankerpunkte liegen auf den Punkten 4, 5 und 6 im gegnerischen Heimfeld (aus eigener Sicht gezählt). Diese Punkte liegen tief genug, um über einen längeren Zeitraum Bestand zu haben, bieten aber gleichzeitig noch genug Reichweite, um gegnerische Blots im eigenen Heimfeld zu erreichen. Ein Anker auf dem 1- oder 2-Punkt ist zwar ebenfalls sicher, aber taktisch deutlich weniger wertvoll, da die Reichweite für Schlagchancen stark eingeschränkt ist.

Wann lohnt sich ein Haltespiel?

Ein Haltespiel ergibt sich häufig eher beiläufig als geplant: Man befindet sich bereits leicht im Rückstand, hat aber noch die Gelegenheit, einen Anker im gegnerischen Heimfeld zu sichern, bevor der Gegner sein Heimfeld vollständig schließt. Von dort aus kann man das restliche Spiel abwarten und hoffen, dass der Gegner beim Herausspielen seiner übrigen Steine einen Blot stehen lässt.

Risiken des Haltespiels

Ein Anker im gegnerischen Heimfeld kostet Tempo: Die dort geparkten Steine tragen nicht zum eigenen Wettlauf bei und müssen später noch den kompletten Weg zurück ins eigene Heimfeld zurücklegen. Gelingt das erhoffte Schlagen nicht rechtzeitig, gerät man doppelt ins Hintertreffen – sowohl im Pip Count als auch im Zeitdruck. Ein Haltespiel sollte man daher aufgeben, sobald der Anker keine realistische Chance mehr auf ein Schlagen bietet und stattdessen nur noch Zeit kostet.

Haltespiel vs. Backgame

Das Haltespiel und das Backgame ähneln sich auf den ersten Blick – beide setzen auf Anker im gegnerischen Heimfeld und warten auf Schlagchancen. Der Unterschied liegt im Vorsatz und Umfang: Ein Backgame wird bewusst mit zwei oder mehr Ankern als eigenständige, riskante Gesamtstrategie gespielt, meist wenn man bereits deutlich zurückliegt. Ein Haltespiel dagegen entsteht oft aus der laufenden Partie heraus, mit nur einem Anker, ohne dass man von vornherein auf diese Taktik gesetzt hätte.

Häufiger Fehler beim Haltespiel

Ein verbreiteter Fehler ist, zu lange an einem Anker festzuhalten, obwohl das übrige Spiel längst aussichtslos ist – die Steine binden dann nur noch unnötig Zeit, ohne realistische Aussicht auf eine Wende. Genauso riskant ist es, den Anker zu früh aufzugeben, kurz bevor sich eine gute Schlagchance ergeben hätte. Wer die eigene Stellung regelmäßig mit dem Pip-Count-Rechner überprüft, bekommt ein besseres Gefühl dafür, ob sich das Festhalten am Anker noch lohnt.

Häufige Fragen

Was ist ein Anker beim Haltespiel?

Ein Anker ist ein Punkt im gegnerischen Heimfeld, auf dem man mit mindestens zwei eigenen Steinen sicher steht. Von dort aus kann man auf eine passende Wurfkombination warten, um gegnerische Blots zu schlagen.

Auf welchen Punkten sollte man einen Anker setzen?

Die Punkte 4, 5 und 6 im gegnerischen Heimfeld gelten als die wertvollsten Ankerpunkte, da sie tief genug liegen, um lange Bestand zu haben, aber noch genug Reichweite für Schlagchancen bieten.

Was ist der Unterschied zwischen Haltespiel und Backgame?

Das Haltespiel arbeitet meist mit einem einzelnen Anker und wird oft eher zufällig zur Verteidigungsoption, während das Backgame gezielt mit zwei oder mehr Ankern gespielt wird und eine bewusst riskantere, defensivere Gesamtstrategie darstellt.

Wie lange sollte man einen Anker halten?

So lange, bis sich entweder eine gute Schlagchance ergibt oder der Anker durch das Vorrücken der eigenen übrigen Steine ohnehin bald geräumt werden müsste. Zu langes Festhalten an einem Anker, wenn das eigene restliche Spiel längst verloren ist, bringt selten noch etwas.

Ulf Mayer

Über den Autor

Ulf Mayer

Ich liebe Backgammon in allen Facetten – egal ob als schnelles Match auf dem Smartphone für zwischendurch oder bei einem Glas Wein mit einem hochwertigen Holzbrett im Kreis von Familie und Freunden. Als Gründer von backgammon-meister.de teile ich meine Leidenschaft, Taktiken und Tipps, um sowohl Anfängern als auch ambitionierten Spielern dabei zu helfen, ihr nächstes Match zu dominieren. Würfelbecher bereit? Lass uns das Spiel meistern!

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