Positionstraining beim Backgammon: Gezielt einzelne Stellungen üben
Veröffentlicht am 7. Juli 2026

Wer eine Partie nach der anderen spielt, verbessert sich zwangsläufig irgendwann – aber langsamer, als es nötig wäre. Positionstraining setzt genau hier an: Statt nur auf zufällig vorkommende Situationen zu reagieren, übt man gezielt einzelne, wiederkehrende Stellungstypen, bis die richtige Entscheidung zur Gewohnheit wird.
Was ist Positionstraining?
Beim Positionstraining baut man eine einzelne Stellung – zum Beispiel eine bestimmte Eröffnung, eine Bear-off-Situation oder eine typische Kontaktstellung – gezielt nach und überlegt sich den bestmöglichen Zug, bevor man diesen mit einer Referenz (einem Buch, einer Faustregel oder einer Analyse-Software) abgleicht. Wiederholt man das mit denselben oder ähnlichen Stellungstypen häufig genug, prägt sich die richtige Entscheidung tiefer ein, als es durch zufälliges Vorkommen in ganzen Partien möglich wäre.
Warum lohnt sich gezieltes Üben einzelner Stellungen?
In einer normalen Partie kommt jede einzelne Stellung nur zufällig und oft nur einmal vor – man hat selten die Gelegenheit, aus einem Fehler sofort zu lernen, bevor die Partie längst weitergezogen ist. Positionstraining dreht das um: Man wiederholt gezielt genau die Situationen, die einem bisher schwerfallen oder die im Spiel besonders häufig auftreten, zum Beispiel die Standard-Eröffnungszüge oder die Regeln fürs Abtragen.
Eigene Stellungen aufbauen und üben
Mit unseren eigenen Tools lässt sich Positionstraining direkt auf dieser Seite umsetzen:
- Mit dem ASCII-Generator baust du eine Stellung per Klick nach und exportierst sie als Text – praktisch, um sie abzuspeichern, mit anderen zu teilen oder in einem Forum zur Diskussion zu stellen.
- Mit dem Pip-Count-Rechner prüfst du bei einer nachgebauten Stellung sofort, wer im reinen Wettlauf vorne liegt.
- Mit dem Dopplungswürfel-Rechner bekommst du für reine Rennsituationen direkt eine Einschätzung, ob sich ein Doppel lohnt.
Positionstraining mit Analyse-Software
Wer es genauer wissen möchte, greift zusätzlich auf eine Analyse-Engine zurück: Sowohl das kostenlose GNU Backgammon als auch das kommerzielle XG erlauben es, eine beliebige Stellung einzugeben und den vom Programm errechneten besten Zug mit der eigenen Einschätzung zu vergleichen. Wer wiederholt dieselbe Art von Fehler macht, kann sich gezielt eine Sammlung ähnlicher Stellungen zusammenstellen und diese nacheinander durchgehen, bis die richtige Entscheidung sitzt. Spezialisierte Trainingstools wie der Minimalist Backgammon Trainer, der auf GNU Backgammon aufbaut, sind genau für diesen wiederholenden Übungsansatz gebaut.
Womit sollte man als Einsteiger anfangen?
Am meisten bringen zu Beginn die Situationen, die am häufigsten vorkommen und sich klar bewerten lassen: die Standard-Eröffnungszüge für die wichtigsten Würfe wie 3-1 oder 6-1, sowie einfache Abtragen-Situationen. Komplexere Stellungen mit Kontakt, wie sie beim Priming oder Backgame vorkommen, lohnen sich eher, sobald die Grundlagen sitzen.
Dranbleiben zahlt sich aus
Positionstraining ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Gewohnheit: Schon wenige Minuten gezieltes Üben einzelner Stellungen pro Woche summieren sich über die Zeit zu einem spürbar sichereren Spielgefühl – gerade bei den Situationen, die in echten Partien immer wieder auftauchen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Positionstraining und einfach viel spielen?
Beim normalen Spielen kommt jede Situation nur zufällig und selten mehrfach vor. Beim Positionstraining übt man gezielt dieselbe oder eine sehr ähnliche Stellung wiederholt, bis die richtige Entscheidung zur Gewohnheit wird – ähnlich wie beim gezielten Üben einzelner Passagen in der Musik statt nur ganze Stücke durchzuspielen.
Brauche ich teure Software für Positionstraining?
Nein. Das kostenlose GNU Backgammon reicht für eigenes Positionstraining völlig aus. Wer es noch einfacher möchte, kann Stellungen auch mit unserem ASCII-Generator nachbauen und als Text mit anderen teilen oder diskutieren.
Auf welche Art von Stellungen sollte man sich als Anfänger konzentrieren?
Für den Einstieg lohnen sich vor allem die Standard-Eröffnungszüge und einfache Bear-off-Situationen, da sie am häufigsten vorkommen und sich klar richtig oder falsch bewerten lassen. Komplexere Kontakt- und Blockade-Stellungen sind eher etwas für Fortgeschrittene.

Über den Autor
Ulf Mayer
Ich liebe Backgammon in allen Facetten – egal ob als schnelles Match auf dem Smartphone für zwischendurch oder bei einem Glas Wein mit einem hochwertigen Holzbrett im Kreis von Familie und Freunden. Als Gründer von backgammon-meister.de teile ich meine Leidenschaft, Taktiken und Tipps, um sowohl Anfängern als auch ambitionierten Spielern dabei zu helfen, ihr nächstes Match zu dominieren. Würfelbecher bereit? Lass uns das Spiel meistern!
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