Eröffnung mit 6-1: Der klassische Split
Veröffentlicht am 28. Juni 2026 · Aktualisiert am 6. Juli 2026

Der 6-1-Wurf zählt zu den interessanteren Eröffnungswürfen, weil er auf den ersten Blick mehrere plausible Züge zulässt – moderne Rollout-Analysen zeigen aber einen klaren Favoriten.
Der Standardzug: 13/7, 8/7
Der beste Zug nach einem 6-1-Wurf ist 13/7, 8/7: ein Stein zieht vom Punkt 13 auf den Punkt 7, ein zweiter vom Punkt 8 ebenfalls auf den Punkt 7. Beide Steine bauen damit gemeinsam den Bar-Punkt (7-Punkt).
- 13/7: Der Stein vom Punkt 13 zieht auf den Punkt 7.
- 8/7: Der Stein vom Punkt 8 zieht ebenfalls auf den Punkt 7.
+24-23-22-21-20-19-+---+18-17-16-15-14-13-+ | X O | | O X | | X O | | O X | | O | | O X | | O | | X | | O | | | | | | | | | | | | X | | O | | X | | O | | X | | O | | O X | | X X O | | O X | | X X O | +-1--2--3--4--5--6-+---+-7--8--9-10-11-12-+
Stellung nach 13/7, 8/7: X hat den Bar-Punkt (7-Punkt) mit zwei Steinen besetzt, O steht noch auf der Grundaufstellung.
Der Bar-Punkt ist nach dem 5-Punkt der zweitwichtigste Punkt im eigenen Heimfeld. Wer ihn früh besetzt, erschwert dem Gegner das Wiedereinsetzen geschlagener Steine erheblich und schafft die Grundlage für eine spätere Blockbildung (Priming).
Warum nicht splitten?
Früher galt ein Split der hinteren Steine (24/18) als gängige Alternative, um das Spiel früh zu öffnen. Computeranalysen mit Programmen wie GNU Backgammon oder XG zeigen jedoch, dass der Bar-Punkt-Zug 13/7, 8/7 in praktisch allen Situationen überlegen ist: Er verzichtet auf Sicherheit im Rückraum, gewinnt dafür aber einen strukturell wertvollen Punkt, der über die gesamte restliche Partie hinweg wirkt.
Typischer Fehler beim 6-1-Wurf
Ein verbreiteter Fehler ist, den Wurf mit einem Split zu spielen, etwa 13/7, 24/23. Das sichert zwar auch den Bar-Punkt, hinterlässt aber einen ungeschützten Stein auf dem 23-Punkt, den der Gegner schlagen kann. Der Standardzug 13/7, 8/7 baut den Bar-Punkt dagegen mit zwei Steinen aus dem sicheren Mittelfeld und lässt keinen Blot offen.
Wie geht es nach dem 6-1-Wurf weiter?
Mit dem Bar-Punkt gesichert, lohnt sich der Blick auf weitere zentrale Züge wie die Eröffnung mit 3-1, die den 5-Punkt sichert. Einen Überblick über alle Standard-Eröffnungszüge findest du unter Backgammon Eröffnung: Die besten Züge.
Häufige Fragen
Ist der Bar-Punkt wichtiger als der 5-Punkt?
Nein, der 5-Punkt (der goldene Punkt) gilt als der wertvollste Punkt im Heimfeld, der Bar-Punkt als der zweitwertvollste. Bei einem 6-1-Wurf lässt sich aber nur der Bar-Punkt direkt bauen – deshalb ist 13/7, 8/7 trotzdem der richtige Zug für genau diesen Wurf.
Warum wurde früher oft gesplittet statt den Bar-Punkt zu bauen?
Vor der Verbreitung von Rollout-Software wie GNU Backgammon oder XG verließen sich Spieler stärker auf Faustregeln und Erfahrung. Ein Split (24/18) wirkte intuitiv sicherer, weil er einen rückständigen Stein weiter nach vorne bringt. Computeranalysen zeigen inzwischen, dass der strukturelle Wert des Bar-Punkts diesen scheinbaren Sicherheitsgewinn deutlich übersteigt.
Gilt die Empfehlung 13/7, 8/7 auch bei einem Pasch?
Nein, ein Pasch wie 6-6 oder 1-1 wird völlig anders behandelt, da dabei jede Augenzahl zweimal gespielt wird. Die Empfehlung 13/7, 8/7 gilt ausschließlich für den gemischten Wurf 6-1.

Über den Autor
Ulf Mayer
Ich liebe Backgammon in allen Facetten – egal ob als schnelles Match auf dem Smartphone für zwischendurch oder bei einem Glas Wein mit einem hochwertigen Holzbrett im Kreis von Familie und Freunden. Als Gründer von backgammon-meister.de teile ich meine Leidenschaft, Taktiken und Tipps, um sowohl Anfängern als auch ambitionierten Spielern dabei zu helfen, ihr nächstes Match zu dominieren. Würfelbecher bereit? Lass uns das Spiel meistern!
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