Warum Backgammon gut fürs Gehirn ist – Mehr als nur ein Spiel
Veröffentlicht am 11. Mai 2026 · Aktualisiert am 6. Juli 2026

Backgammon ist eines der ältesten Brettspiele der Welt – und das nicht ohne Grund. Schon seit über 5.000 Jahren begeistert es Menschen rund um den Globus mit seiner Mischung aus Strategie, Taktik und Glück. Doch Backgammon ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein echtes Training für den Kopf. In diesem Artikel erfährst Du, warum Backgammon Deinem Gehirn guttut – egal ob jung oder alt.
1. Strategisches Denken fördern
Backgammon ist kein Glücksspiel – zumindest nicht nur. Jeder Zug will gut überlegt sein: Welche Steine ziehe ich zuerst? Wie sichere ich meine Position? Greife ich an oder spiele ich defensiv? Wer regelmäßig Backgammon spielt, lernt, vorausschauend zu denken, verschiedene Szenarien abzuwägen und Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen. Das schärft die Fähigkeit, komplexe Situationen zu analysieren – eine Fähigkeit, die auch im Alltag nützlich ist.
2. Reaktionsfähigkeit und Flexibilität
Im Backgammon kommt ständig Bewegung ins Spiel – buchstäblich. Der Würfel bringt Zufall ins Spielgeschehen, auf den man reagieren muss. Gute Spieler:innen passen ihre Strategien blitzschnell an neue Situationen an. Diese geistige Flexibilität ist eine kognitive Fähigkeit, die im Berufs- wie im Privatleben immer wichtiger wird – zum Beispiel bei spontanen Veränderungen oder in stressigen Situationen.
3. Konzentration und Aufmerksamkeit trainieren
Eine Partie Backgammon kann intensiv sein – besonders, wenn es eng wird. Jeder Fehler kann die Runde kosten. Wer gewinnt, ist oft der- oder diejenige mit dem besseren Fokus. Wer regelmäßig spielt, schult seine Aufmerksamkeitsspanne und lernt, auch über längere Zeit konzentriert zu bleiben.
4. Gedächtnisleistung verbessern
Viele Spielzüge beim Backgammon basieren auf Erfahrung: Welche Züge waren in der Vergangenheit erfolgreich? Welche Strategien haben sich gegen bestimmte Gegner bewährt? Diese Rückgriffe auf das eigene Erfahrungswissen stärken das Langzeitgedächtnis. Gleichzeitig trainiert das Spiel das Arbeitsgedächtnis, da man ständig aktuelle Positionen, Würfelergebnisse und Möglichkeiten im Kopf behalten muss.
5. Backgammon als mentale Prävention im Alter
Dass geistige Aktivität helfen kann, kognitivem Abbau im Alter vorzubeugen, ist keine bloße Behauptung, sondern durch Studien belegt – auch wenn sich die Forschung dazu meist auf Brettspiele allgemein bezieht und nicht gezielt auf Backgammon. In einer vielzitierten Langzeitstudie des Albert Einstein College of Medicine wurden über mehrere Jahre Menschen ab 75 begleitet: Wer regelmäßig Brettspiele spielte, hatte ein um 74 % geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken, als wer dies nicht tat (Verghese et al., 2003, New England Journal of Medicine). Auch neuere, randomisierte kontrollierte Studien bestätigen einen Effekt: Ältere Erwachsene, die regelmäßig moderne Brett- und Kartenspiele spielten, verbesserten ihre sprachliche Flüssigkeit – ein Effekt, der auch drei Monate nach Ende des Trainings noch nachweisbar war (Estrada-Plana et al., 2021, International Journal of Geriatric Psychiatry). Da Backgammon dieselben kognitiven Mechanismen anspricht – Strategie, Wahrscheinlichkeitsabschätzung, Reaktion auf den Gegner –, liegt es nahe, dass sich diese Effekte übertragen lassen, auch wenn es dafür bislang keine Studie gibt, die Backgammon isoliert untersucht hat.
6. Soziale Interaktion als Bonus fürs Gehirn
Backgammon ist ein Gesellschaftsspiel. Ob am Küchentisch, im Café oder online: Man spielt meist gegen echte Menschen. Dass genau dieser soziale Aspekt messbare Effekte hat, zeigt eine 2024 in Frontiers in Psychology veröffentlichte Studie: Ältere Menschen, die drei Monate lang regelmäßig in kleinen Gruppen ein Brettspiel spielten, berichteten anschließend über ein höheres Wohlbefinden und weniger Einsamkeit als eine Kontrollgruppe (Guardabassi et al., 2024). Die Kommunikation, das gegenseitige Herausfordern und das gemeinsame Erleben stärken damit nicht nur die soziale Bindung, sondern wirken sich nachweislich auch auf das psychische Wohlbefinden aus.
Fazit: Spiel Dich schlau!
Backgammon ist mehr als ein Zeitvertreib. Es ist ein echtes Workout für den Kopf – eine unterhaltsame Art, das Gehirn fit zu halten. Ob Du Anfänger:in bist oder erfahrener Profi: Jede Partie fordert und fördert Deine geistigen Fähigkeiten aufs Neue. Und das Beste: Man merkt gar nicht, dass man gerade trainiert.
Also: Würfel raus, Punkte setzen – und nebenbei Dein Gehirn auf Trab bringen!
Quellen
- Verghese, J. et al. (2003): Leisure Activities and the Risk of Dementia in the Elderly. New England Journal of Medicine, 348, 2508–2516.
- Estrada-Plana, V. et al. (2021): Cognitive training with modern board and card games in healthy older adults: two randomized controlled trials. International Journal of Geriatric Psychiatry, 36, 839–850.
- Guardabassi, V. et al. (2024): Aging with board games: fostering well-being in the older population. Frontiers in Psychology.
Hinweis: Die zitierten Studien untersuchen Brettspiele allgemein, nicht Backgammon im Speziellen – eine Studie, die gezielt nur die kognitiven Effekte von Backgammon untersucht, ist uns nicht bekannt.
Häufige Fragen
Gibt es wissenschaftliche Studien, die speziell Backgammon untersuchen?
Eine Studie, die gezielt nur Backgammon untersucht, ist uns nicht bekannt. Die zitierte Forschung bezieht sich auf Brettspiele allgemein. Da Backgammon dieselben kognitiven Mechanismen anspricht – Strategie, Wahrscheinlichkeitsabschätzung, soziale Interaktion –, liegt es nahe, dass sich die gezeigten Effekte übertragen lassen, auch wenn das nicht separat belegt ist.
Um wie viel senkt regelmäßiges Brettspielen laut Studien das Demenzrisiko?
In der vielzitierten Langzeitstudie von Verghese et al. (2003, New England Journal of Medicine) hatten über 75-Jährige, die regelmäßig Brettspiele spielten, über einen Beobachtungszeitraum von median 5,1 Jahren ein um 74 % geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken, als Personen ohne diese Aktivität.
Wirkt sich Brettspielen auch auf das Wohlbefinden aus, nicht nur auf die reine Denkleistung?
Ja. Eine 2024 in Frontiers in Psychology veröffentlichte Studie zeigt, dass ältere Menschen, die drei Monate lang regelmäßig in kleinen Gruppen ein Brettspiel spielten, anschließend ein höheres Wohlbefinden und weniger Einsamkeit berichteten als eine Kontrollgruppe.

Über den Autor
Ulf Mayer
Ich liebe Backgammon in allen Facetten – egal ob als schnelles Match auf dem Smartphone für zwischendurch oder bei einem Glas Wein mit einem hochwertigen Holzbrett im Kreis von Familie und Freunden. Als Gründer von backgammon-meister.de teile ich meine Leidenschaft, Taktiken und Tipps, um sowohl Anfängern als auch ambitionierten Spielern dabei zu helfen, ihr nächstes Match zu dominieren. Würfelbecher bereit? Lass uns das Spiel meistern!
backgammon-meister.de gibt es seit 2008.


